Ein geschichtlicher Rückblick


Die SGH Basel

Ein geschichtlicher Rückblick, von Werner Janz

Der 1960 gegründete Basler Höhlen-Verein (BHV), Mitglieder des Tauchsportclubs Basel und die Arbeitsgemeinschaft Tschamberhöhle entschlossen sich 1963, eine Sektion der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH) zu werden.

Am 24. Mai 1964 erfolgte die Aufnahme der neuen Sektion in die SGH.

In der neu gegründeten Sektion Basel begann die Tätigkeit mit verschiedenen Tauchgängen im Hölloch und auch in Jurahöhlen. Mit den damaligen Möglichkeiten der Tauchtechnik war dies jedes Mal ein abenteuerliches Unternehmen, verbunden mit viel Pionierarbeit. Die Höhlenbesuche galten meist nassen und lehmigen Höhlen. Neumitglieder wurden angewiesen, sich umgehend mit Karbidlampe und Tauchanzug auszurüsten.

Hauptaktivität war Tourismus in den Höhlen des Schweizer und französischen Juras, aber auch höhlenkundliche Seminare auf der schwäbischen Alb (D) wurden besucht.

Bald einmal öffnete sich ein Graben zwischen den sportlichen Amphibien und den eher weniger geländegängigen und mehr wissenschaftlich interessierten Mitgliedern, was schliesslich zur Spaltung des Vereins führte. Eines der Mitglieder gründete einen privaten Verein, die AGS Liestal (heute eine eigenständige Sektion und Mitglied der SGH). Der Rest des Clubs wendete sich ebenfalls mehr der Forschungsarbeit zu.

Mit der Erforschung des Bättlerlochs 1969 durch die SGH Basel begann die Höhlenforschung im Laufental, wo bis heute noch einige Objekte in Arbeit sind.

Die moderne Schachttechnik, Auf-und Absteigen in senkrechten Gängen, begann sich in Ansätzen zu entwickeln, und damit erwachte der Wunsch, auch in der alpinen Höhlenforschung mitzumachen.

Senkloch

1973 begann tatsächlich unser erstes Abenteuer im Bärenschacht bei Beatenberg. In rasantem Tempo entwickelte sich in dieser Zeit die Schachttechnik der alpinen Höhlenforschung auf einen Stand, der sich bis heute nur noch wenig verändert hat. Mitglieder der SGH Basel konnten im Hohgantgebiet (Berner Oberland) durch die Arbeit in der schwierigen Faustlochhöhle bald einige wesentliche Impulse dazu geben. Die computergestützte Höhlenkartografie begann mitzuhelfen, die Höhlen zu visualisieren. Das dazu viel benutzte Programm Toporobot stammt aus der Küche eines SGH Basel-Mitgliedes.

Mit der Erforschung einiger grosser Höhlen im Hohgantgebiet erlebte die SGH Basel in den 80er Jahren einen eigentlichen Höhepunkt ihrer Geschichte. Parallel dazu wurden internationale Kontakte geknüpft. Ab 1973 bis heute fanden Expeditionen nach Ungarn, Rumänien, Neuguinea , Mexiko, USA, New Zealand und andere Länder statt.

Hölloch Hochsystem

Neben grossen Erfolgen wurde die SGH Basel auch mit tragischen Ereignissen konfrontiert. Der Unfalltod zweier unserer aktivsten Mitglieder hinterliess Lücken, die wir nicht mehr zu füllen vermochten.

Heute wird vermehrt an grösseren Projekten mit andern Sektionen zusammengearbeitet. Die SGH Basel ist in den Hauptforschungsgebieten der Regionen Sieben-Hengste-Hohgant (Interlaken) und Hölloch (Muotatal) integriert in die jeweiligen Forschungsgemeinschaften. Im nahen Jura besteht eine enge Zusammenarbeit mit der AGS Liestal; vor allem erfolgreich waren die gemeinsamen Arbeiten, welche zu Neuentdeckungen im Schällbachponor führten.

Bärenschacht Loggerablesung

Die heutige Tätigkeit ist vielfältiger geworden. Langjährige Höhlenklimamessungen, Erforschung historischer Bergwerke, bautechnische Höhlenerschliessungsarbeiten bis hin zum Bau eines Sicherheitsstollens sind Beispiele neuerer Arbeiten.

Bei der Durchführung der Delegiertenversammlungen 1991 und 2002 in Zwingen, des Nationalen Kongresses 1995 in Breitenbach und einer starken Mitarbeit am internationalen Kongress 1997 in La Chaux-de-Fonds zeigte sich eine grosse Bereitschaft vieler unserer Mitglieder, auch auf diese Weise aktiv einen Beitrag für die Höhlenforschung zu leisten.

Nicht zuletzt ergeben sich im Verein bis heute immer wieder Gelegenheiten, die Höhlenwelt auch ohne harte Arbeit an einem geselligen Anlass zu geniessen.